Presse

Solothurner Zeitung | Montag 22. August 2011
Vogelstimmen und Zirkusatmosphäre
an den ersten Kindermusiktagen

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Der Sonntag | Sonntag 21. August 2011
“Ich will zeigen, wozu Kinder in der Lage sind”

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Solothurner Zeitung | Mittwoch 17. August 2011
Fördern, was in den Kindern steckt

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Solothurner Woche | Donnerstag 11. August 2011
Kinder- und Jugendkonzerte stehen im Zentrum

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1. Solothurner Kindermusiktage sind ein Erfolg

Die Welt ist Klang

Martin Arnold

Die ersten Solothurner Kindermusiktage waren trotz des sommerlichen Wetters ein überraschender Publikumserfolg. Die zahlreichen Kinder bewiesen im Zusammenspiel mit den Profis, das Musik keine Schranken kennt. Und Freude macht.


„Lasset uns singen, tanzen und springen“ – diese Passage aus dem Kinderlied über den Kuckuck war bezeichnend für die ausgelassene Stimmung an den ersten Solothurner Kindermusiktagen Gleichzeitig eröffnete damit am Sonntagnachmittag im grossen Konzertsaal das Solotutti Orchester das gemeinsame Konzert mit dem Solothurner Kammerorchester. Es war der Höhepunkt der an vielseitigen Darbietungen reich befrachteten ersten Solothurner Kindermusiktage, welche von den Mitarbeitern des Zentrums für Musik, Solotitti, organisiert wurden. Die zahlreich erschienen Zuhörer konnten sich selbst davon überzeugen, wie es die 450 Kinder der Musikschule Solotutti und von ausserhalb nach wenigen Proben schafften, mit den professionellen Musikern des Solothurner Kammerorchesters unter der Leitung von Ueli Steiner flüssig zusammenzuspielen. Das war natürlich auch den professionellen Musikern und der Auswahl der Stücke zu verdanken. Während der Aufführung nutzten die Schüler ihre musikalischen Freiheiten zwischen den klassischen Kompositionen und improvisierten: Die Welt ist Klang. Selbst mit raschelndem Papier liess sich ein Rhythmus herstellen, der an Musik erinnerte. Beeindruckend ist auch, wie sehr Musik verbindet – auch über Generationen hinweg. Die Altersdifferenz zwischen dem jüngsten und ältesten Musiker betrug 86 Jahre.

 

Musik ernst nehmen
Die verbindende Kraft der Musik war auch ein Thema am Symposium vom Sonntagmorgen auf dem Schloss Waldegg. Die Teilnehmer, der bekannte Buchautor Jürg Jegge (Dummheit ist lernbar), die am Mozarteum in Salzburg tätige Musikpädagogin Manuela Widmer sowie der Sekundarlehrer, Pädagogik-Kritiker und Buchautor Ernst Waldemar Weber (Schafft die Hauptfächer ab) forderten einen höheren Stellenwert für musische Fächer. Moderierte wurde die Runde von Anton Haefeli, der selber Buchautor und Vorkämpfer für Schulmusik ist. Die illustre Runde forderte eine Schulkultur, in der musische Fächer den Alltag durchdringen. Ernst Waldemar Weber sprach von einem Idealunterricht, in dem die verschiedensten Fähigkeiten gleichwertig gefördert werden und die Musik ein ständiger Begleiter der Kinder ist. Er wehrte sich aber im Gegensatz zu Manuela Widmer gegen die Abschaffung der Noten, denn viele Kinder seien leistungsbereit. Den anderen gab Jürg Jegge ironisch den Tipp, sich mit den Lehrern zu befreunden und die Augen so auf sie zu richten, als gehöre dem Schulunterricht die volle Aufmerksamkeit.

 

Konzert mit Cello und Hund
Begonnen hatten die Kindermusiktage für die Öffentlichkeit mit einem Aufeinandertreffen, von Kindergarten- und Primarschulklassen aus verschiedenen Gemeinden und dem Solotutti-Chor aus Solothurn am frühen Freitagabend. Dabei trat der Chor der Nationen, ein kulturell übergreifendes musikalisches Projekt,  als Gast auf und leistet so seinen Beitrag zum stimmungsvollen Einstieg in die Musiktage.
Wer Lust hatte, selber zu singen, blieb um acht Uhr im grossen Konzertsaal. Unter der Leitung von Michael Gohl sangen der Jugendchor Zürich, die Solothurner Singknaben und der Solothurner Mädchenchor getrennt, aber auch gemeinsam mit dem Publikum beliebte Lieder. Die vielen Stimmen sorgten für ein beeindruckendes Volumen – der grosse Saal wurde zu einem einzigen Klangkörper.
Der Samstag gehörte der kreativen Arbeit. In Workshops im Zentrum für Musik arbeiteten die Kinder mit dem Buchautor Peter Bichsel, aber auch mit dem Klarinettisten Dimitri Ashkenazy und der Bratschistin Ada Meinich. Das Ziel war das Workshopkonzert im Grossen Konzertsaal am Samstagabend.
Den witzigen Schlusspunkt unter die ersten Solothurner Kindermusiktage setzte die Cellistin und Musiklehrerin bei Solotutti, Barbara Gasser. Zusammen mit Rahel Wohlgensinger, die eine Hundehandpuppe führte, erklärte sie auf einfache Art ihr Instrument und wie sie ihm Töne entlocken kann. Denn der Hund drängte sich immer wieder in ihre Übungsstunde und verlangte ihr allerlei Erklärungen ab.
Isabella Steffen-Meister, Gründerin von Solotutti freute sich über den Erfolg der Musiktage, den sie auch ihren Lehrerinnen und Lehrer zu verdanken hat. Zudem kündigte sie an, die Kindermusiktage ein nächstes Mal durchführen zu wollen. Es kann der Anfang einer langen Tradition sein.
Ermutigt wird sie durch das positive Publikums- und Teilnehmer echo. Stellvertretend für viele sagt der Buchautor Anton Haefeli: „Unglaublich, welch riesiges Orchester auf die Beine gestellt wurde und wie geschickt alle Altersstufen ihren Fähigkeiten gemäss zum Zuge kamen. Wer eine Saite zupfen oder streichen kann, kann mit anderen zusammen bereits Musik machen, basta. Das Konzert am Sonntagnachmittag war ein Sinnbild für die nichtelitäre, humane, allen, die mitmachen wollen, gerecht werdende Musikpädagogik von Solotutti! Dass die “Grossen” des Kammerorchesters Solothurn dabei mitgemacht haben, war wunderbar.“